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Historischer Zeitraum: zwischen der Späten Bronzezeit und den Anfängen der Eisenzeit (1500/900 v. Chr.)
Die Nuraghenbrunnen sind ein weiteres hervorstechendes Merkmal der sardischen Megalithkultur. Bis heute hat man auf Sardinien ungefähr 40 davon gezählt. Diese fantastischen Brunnentempel erreicht man über eine prachtvolle Treppe, die in das Atrium führt, in dem sich das Wasser befindet. Dieser Raum ist in der Bauweise der Kraggewölbe erbaut, an dessen Spitze sich eine Öffnung nach außen befindet. |
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Die Brunnentempel sind in ihrer architektonischen Struktur ähnlich den Nuraghen, nur eben halt unterirdisch. Aber die Brunnen hatten noch weitere und viel tiefer gehende Symbole. Es scheint eindeutig, dass diese Bauten das weibliche Sexualorgan darstellen sollten, ähnlich einem Eingang und Ausgang in überirdische Gefilde. Dass es sich dabei um Brunnen und damit um eine Architektur rund um das Wasser (eine Art irdischen Fruchtwassers) handelt, lässt diese Interpretation noch wahrscheinlicher werden. Man dachte wohl an eine metaphorische „Gebärmutter“ der Mutter Erde. Der Abstieg (oder Aufstieg) über die Treppen symbolisiert den Übergang von Licht nach Dunkel und umgekehrt. Ein metaphorischer Übergang der Geburt, die mit dem Wasser identifiziert wird. |
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Diese Symbole würden auch die astronomische Ausrichtung der heiligen Brunnen erklären. Insbesondere bei dem Nuraghenbrunnen von Santa Cristina in Paulilatino (OR) hat man ermittelt, dass durch die Öffnung in der Tholos das Mondlicht im Brunnen reflektiert wird. Dies geschieht aber nur zu einer ganz genau definierten Phase: nämlich im Moment der maximalen Beugung des Mondes, also nur alle 18 Jahre und 6 Monate. Die Zugangstreppe hingegen erlaubt den Lichteinfall der Sonne bei der Herbst-Tagundnachtgleiche (zwischen dem 22. und 23. September) und der Frühlings-Tagundnachtgleiche (zwischen dem 20. und 21. März). |
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Die Besonderheiten des Mondlichtreflexes hat man auch bei anderen Brunnen konstatiert, so wie auch den Sonnenlichtreflex. In einigen Tempeln findet dieser allerdings zur Sommersonnenwende (zwischen dem 20. und 21. Juni) statt. Nicht alle heiligen Brunnen auf der Insel sind in der Kraggewölbebauweise erbaut. Es gibt auch sog. Megaronbauweisen, d.h. sie sind rechteckig mit einem oder mehreren Räumen und einem Giebeldach. Bei historischen und archäologischen Nachprüfungen stellte sich heraus, dass diese Tempel mit den Wohnhäusern der antiken Troja und Mykene vergleichbar sind.
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