Länge: ca. 5 Stunden
Lage: Ostsardinien
Schwierigkeitsgrad: Leicht, mittel
Ideal für: Familien mit Kindern – Junge Leute – Trekkingliebhaber
Im Schatten des Monte Corrasi, im Gebiet von Oliena (NU), gibt es wohl eines der geheimnisvollsten Beispiele menschlicher Ansiedlungen der Vorzeit.
Ein Besuch in Tiscali ist eine Reise in die jahrtausend alte Geschichte der nuraghischen Zivilisation. Eine Reise, die keine Antworten gibt, sondern die Rätsel dieser Kultur, die das gesamte Gebiet Sardiniens mit tausenden unerklärlichen und fantastischen Spuren übersät hat, noch verstärkt.
Tiscali hat zudem Spuren hinterlassen, die nicht mit denen der anderen geheimnisvollen Stätten, die das Nuraghenvolk hinterlassen hat, zu vergleichen sind. Wenn die Nuraghen normalerweise gut sichtbar und selten versteckt angelegt waren, so ist Tiscali stattdessen eine geheime Burg. Sie bleibt auch dem noch so geübten Blick verschlossen und wird erst bei der Ankunft an ihrem Eingang sichtbar.
Am Ende der zauberhaften und wilden Talebene von Lanaitto erhebt sich ein Berg, nämlich der von Tiscali. Auf dem Gipfel des 518 Meter hohen Berges versteckt sich eine große kreisförmige Grotte unter freiem Himmel. In ihrem Inneren bietet sich nun ein fantastischer Anblick: Ein wunderschönes Dorf aus gemauerten Hütten, die sich übereinander drängen. Diese Nuraghensiedlung war so groß, dass man sogar heute noch zwei unterschiedliche gut voneinander getrennte Quartiere erkennen kann.
Das Dorf von Tiscali blieb aber den der Nuraghenkultur nachfolgenden Bevölkerungen nicht verborgen. Damit ist es ein Beweis dafür, dass es über Jahrtausende als ein idealer Wohnort galt. Der Ort wurde bis in die römische Zeit und ins Hochmittelalter bewohnt, auch wenn er danach erst zufällig am Ende des XIX. Jahrhunderts wieder entdeckt wurde.
Trotz der wiederholten Plünderungen bleibt Tiscali auch heute noch eines der eindrucksvollsten Siedlungen des gesamten Mittelmeerraumes.
FLORA:
Affodil, phönizischer Wacholder, Steineiche, Zistrose, Mastixstrauch oder Wilde Pistazie, Erdbeerbaum, Terpentinpistazie und Kreuzdorn.
FAUNA:
Säugetiere: Mufflon, Marder, Siebenschläfer, Wildkatze, sardisches Wildschein, sardischer Hirsch, Damhirsch, Wildkaninchen, Wiesel, Feldhase, Etruskerspitzmaus, Igel, sardische Weißzahnspitzmäuse, Europäische Bulldogfledermaus, Langflügelfledermaus, Große Hufeisennase, Braunes Langohr, Sardisches Langohr, Weißrandfledermaus, Alpenfledermaus, Zwergfledermaus und weitere Fledermausarten.
Amphibien (Lurche): Sardischer Scheibenzüngler, Sardischer Gebirgsmolch, Tyrrhenischer Laubfrosch
Vögel: Steinadler, Habichtsadler, Gänsegeier, Schleiereule, Waldschnepfe, Kalanderlerche, Steinkauz, Alpenkrähe und viele weitere kleine Vogelarten.
Reptilien: Gelbgrüne Zornnatter, Ringelnatter, Gefleckter Walzenskink, Ruineneidechse, Tyrrhenische Gebirgseidechse, Tyrrhenische Mauereidechse, Italienische Erzschleiche, Vipernatter, Griechische Landschildkröte.